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Der Bedarf demenzfreundlicher Strukturen in der Notfallversorgung

FACHTAG
REGENSBURG
HYBRID

Die Koordinierungsstelle Bayern Demenz im Krankenhaus (KBDiK), angesiedelt am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), richtete am 18. November 2025 den 3. Bayerischen Fachtag Demenz im Krankenhaus aus und setzte den Schwerpunkt auf den Bedarf demenzsensibler Strukturen in der Notfallversorgung.

In einer Videobotschaft begrüßte Frau Judith Gerlach, MdL, bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention die Teilnehmenden und verwies auf die besonderen Herausforderungen eines Krankenhausaufenthaltes für Menschen mit Demenz.

Über 150 Teilnehmende verschiedener Berufsgruppen - Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Selbsthilfegruppen - informierten sich in Präsenz und online über fachliche Hintergründe und praxisnahe Umsetzungsmöglichkeiten.

Frau Prof. Dr. med. Caroline Herr, Amtsleitung Gesundheit des LGL, hob in ihrem Grußwort die Relevanz hervor, sich mit den Bedürfnissen von Menschen mit Demenz in der Notfallversorgung auseinanderzusetzen und entsprechende Maßnahmen für die Patientengruppe zu etablieren.

Durch die Veranstaltung führte die Moderatorin Frau Melitta Varlam.

Grußworte

Judith Gerlach, MdL
Geriatrische Expertise für eine bedürfnisorientierte Versorgung in Notfallsituationen

Frau Prof. Dr. med. Katrin Singler (Klinik für Geriatrie und Geriatrische Rehabilitation, Klinikum Fürth) führte die Teilnehmenden in einem informativen Vortrag in die Thematik ein. Sie verwies dabei auf die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die Krankenhausfälle und somit insbesondere die Notaufnahme. Mit Hilfe aktueller Screening-Instrumente ließe sich ein erhöhtes Risiko für negative Outcomes bei älteren Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme nicht erkennen. Daraus resultierend, solle laut Prof. Singler geriatrische Expertise unbedingt einfließen, um das Klientel bedarfsgerecht versorgen zu können. 

Die Herausforderungen an die Organisationsstruktur der Zentralen Notaufnahme für ältere Patienten – eine Perspektive aus dem Bundesland Kärnten in Österreich

Ein Blick über die Landesgrenze hinaus kann nicht schaden - daher eröffneten Herr Hon.-Prof. Dr. Karl Cernic (Geschäftsführer, Kärntner Gesundheitsfonds) und Herr Prim. Dr. Georg Pinter (Abteilungsvorstand, Abteilung Akutgeriatrie und Remobilisation, KABEG Klinikum Klagenfurt am Wörthersee) im zweiten Vortrag den Teilnehmenden eine österreichische Perspektive auf die Herausforderungen an die Organisationsstruktur der Zentralen Notaufnahmen. Dabei wurden Ergebnisse mehrerer Projekte - u. a. zu vermeidbaren Krankenhaustransporten - vorgestellt.

Der Mensch mit kognitiven Einschränkungen in der Notaufnahme: frühzeitig (be)handeln

Frau Prof. Dr. med. Ute Hoffmann (Chefärztin, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg), Beiratsmitglied der KBDiK und Frau Theresa Jobst (ZERCUR Fachkraft Geriatrie, Zentrale Demenz und Delirbeauftragte, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg), aktives Mitglied im Netzwerk der KBDiK, wirkten beide zum zweiten Mal im Rahmen einer Veranstaltung der KBDiK mit. In ihrem Vortrag gaben sie einen praxisnahen Überblick der demenzsensiblen Maßnahmen, die in ihrer Einrichtung umgesetzt werden.

Notfall Delir – eine interdisziplinäre Herausforderung

Frau Prof. Dr. med. Janine Diehl-Schmid (Chefärztin, Zentrum für Altersmedizin, kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg am Inn) erläuterte sehr anschaulich die Notfallsituation Delir, unter Bezugnahme auf Fallbeispiele. Zudem gab sie einen Einblick in die Richtlinie des GBA-Beschlusses zur Versorgung der hüftgelenksnahen Femurfraktur u. a. zur Reduzierung des postoperativen Delir-Risikos.

Schmerzmanagement von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen in der Notfallversorgung

Schmerzen bei Menschen mit Demenz zu erfassen und adäquat zu behandeln ist noch immer eine große Herausforderung. Aus diesem Grund berichtete Frau Prof. Dr. rer. medic. Erika Sirsch (Professur für Pflegewissenschaft mit Schwerpunkt Interprofessionalität, Institut für Didaktik in der Medizin, Universität Duisburg-Essen) über das Schmerzmanagement in der Notfallversorgung. Dabei erläuterte sie die S3-Leitlinie GeriPAIN und hob insbesondere den Bedarf der Interprofessionalität hervor.

Der Einsatz von Patientenlotsen in der Betreuung von Menschen mit kognitivem Risiko in der Notaufnahme

Damit sich Menschen mit kognitivem Risiko in dem herausfordernden Setting einer Notaufnahme gut aufgehoben und sicher fühlen können, hat die Charité Berlin ein Pilotprojekt zu dem Einsatz von Lotsinnen und Lotsen gestartet. Frau Dr. med. Hannah C. Mücke (Fachärztin für Innere Medizin, Zentrale Notaufnahme und Aufnahmestation, Campus Benjamin Franklin, Charité – Universitätsmedizin Berlin) stellte die Ergebnisse der Pilotstudie vor und lud zur Nachahmung ein.

Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen: Einsatz von Videoprojektion in der Notaufnahme

Herr cand. med. Enver Güvec (Zentrale Notaufnahme, Klinikum der Universität München) erläuterte Ansätze zur Prävention und Therapie von Agitation bei geriatrischen Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme. Dabei präsentierte er Ergebnisse einer Studie zum Einsatz von Videoprojektion als nicht-medikamentöse Maßnahme.

Strukturierte Notfallversorgung bei Menschen mit kognitiver Einschränkung im Rettungsdienst

Den Abschluss der Veranstaltung machte Herr Markus Damböck (MBA, Referent Rettungsdienst, Bayerisches Rotes Kreuz Rettungsdienst – Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz) mit einem Vortrag über das GEMS Kurssystem. 

Materialien zu dem Vortrag können leider nicht zur Verfügung gestellt werden. 

 

 

Impressionen