Jumpmarks
© Katholisches Marienkrankenhaus Hamburg gGmbH
Zurück zur Übersicht
Haltungsänderung bewirken
Vermeidung von Delir

Implementierung einer Advanced Practice Nurse (APN) Demenz/Delir in der Akutversorgung

Prozessgestaltung
Einsatz akademisierter Pflegefachpersonen
Katholisches Marienkrankenhaus Hamburg gGmbH
Alterstraumatologie
Veröffentlicht am
Zuletzt geändert am
„Stilisiertes Gehirn" Adobe Stock © Ralf Geithe
Zielsetzung

APN sind Pflegefachpersonen mit einer akademischen Zusatzqualifikation auf Masterniveau, die sich einem speziellen Thema bzw. Fachbereich widmen. APN verfügen über Expertenwissen, Fähigkeiten zur Entscheidungsfindung bei höchstkomplexen Sachverhalten und klinische Kompetenzen für eine erweiterte pflegerische Praxis. Der Einsatz von APN Demenz/Delir trägt u. a. dazu bei, das akutklinische Setting auf Menschen mit Demenz und das Delir vorzubereiten. Durch den Einsatz von APN können sich positive Auswirkungen und Vorteile (pflegewissenschaftlich und evidenzbasiert erarbeitet) in der Versorgung von Patientinnen und Patienten ergeben. Zudem kann der Pflegeprozess effizienter gestaltet und somit die Versorgungqualität für die Patientinnen und Patienten gesteigert werden. Außerdem fördert der Einsatz von APN die multiprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Krankenhaus.

Ziele des Einsatzes von APN sind u. a.:

  • Verbesserung der Patientinnen- und Patientenversorgung durch individuell angepasste, evidenzbasierte Pflege
  • Beratung, Informationsvermittlung und Anleitung von An- und Zugehörigen
  • Früherkennung von Risiken, Prävention und Förderung der Gesundheit im Bereich Demenz und Delir
  • Wissenstransfer und Sensibilisierung von Mitarbeitenden 

Projektbeschreibung

Der Einsatz von APN mit dem Schwerpunkten Demenz und Delir stellt einen bedeutenden Gewinn für das akutklinische Setting dar. Durch ihre pflegewissenschaftliche und evidenzbasierte Expertise wird die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Demenz, Delir oder Demenz und Delir gezielt verbessert. Eine frühzeitige Erkennung von Delirrisiken ermöglicht die zügige Einleitung geeigneter pflegerischer und ärztlicher Maßnahmen, wodurch Komplikationen effektiv reduziert werden können. Darüber hinaus trägt die APN-Funktion wesentlich zur Stärkung der pflegerischen Fachkompetenz bei. Pflegekräfte werden im klinischen Alltag unterstützt und weiterqualifiziert, was zu einer nachhaltigen Verbesserung der Pflegequalität führt. Gleichzeitig wird die multiprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Krankenhaus gestärkt, da die APN als verbindende Schnittstelle zwischen den Berufsgruppen agiert. Insgesamt leistet die Implementierung einer APN Demenz/Delir einen zentralen Beitrag zur Optimierung der Versorgungsqualität im gesamten akutklinischen Bereich.

Zentrale Aufgaben

  • Einführung von evidenzbasierten Assessments und Interventionen, die nachhaltig implementiert und evaluiert werden
  • Kompetenzentwicklung der Mitarbeitenden stärken:
    - Sensibilisierung der Mitarbeitenden für das Thema Demenz und Delir, Präsenz des Themas, z. B. bei Übergaben durch "Blitzlichter", Umsetzung empfohlener Maßnahmen in Pflegeroutinen
    - Durchführung von hausinternen und externen Fortbildungen, Schulungen und Informationsveranstaltungen und Aktionstagen
    - Schulungen werden für alle Berufsgruppen im Krankenhaus einschließlich Transport, Servicekräfte, Ehrenamt (Grüne Damen und Herren), Pflege, Medizin und Therapieberufe usw. angeboten
  • SOP-Entwicklungen in den Bereichen Demenz/Delir in Ergänzung zum Qualitätsmanagement
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Schnittstellenmanagement fördern
  • Gewährleistung von Lehre und Forschung in Kooperation mit Hochschulen, Universitäten sowie Berufsschulen
  • Implementierung und Durchführung von Aktivierungsmaßnahmen zur Tagesgestaltung und Re-Orientierung von Patientinnen und Patienten
  • Integration von re-orientierenden, nicht-medikamentösen Maßnahmen in der Versorgung
  • Gründung AG Demenz/Delir, Mulitplikatorinnen und Multiplikatoren des gesamten Krankenhaus bearbeiten Demenz- und Delir-Themen (SOP, Anschaffungen zur Aktivierung, Re-orientierung)
  • Entwicklung von An- und Zugehörigen-Flyer und One-Minute-Wonder für Mitarbeitende
  • Projekte zur demenzsensibleren Umgebungsgestaltung (Kalender, Uhren, Elibox®, Fluoreszierende Lichtschalter)
  • Beratungen für Patientinnen und Patienten, An- und Zugehörige sowie Bezugspersonen
  • Einsatz von Aktivierungskisten (themenbezogene Boxen mit Gegenständen, die bei der aktivierenden Pflege eingesetzt werden, um die Sinne anzuregen, Erinnerungen zu wecken und die geistige sowie körperliche Aktivität von Pflegebedürftigen zu fördern) auf Station
  • Schulungen der Mitarbeitenden in Validation: Umgang bei BPSD (behavioral and psychological symptoms of dementia)
  • Projektarbeit: Anschaffungen von Medien/ Aktivierungskisten zur Förderung der Re-Orientierung
  • Schulungen, Fortbildungen, Erstellung von Informationsmaterialien, Einführung eines Screeninginstruments zur Delirprävention und -behandlung 

Von der Bedarfsanalyse zur erfolgreichen Umsetzung

Projekt-Fahrplan

2023:  Bedarfsanalyse + Vorbereitungen zum Thema (Peppa Framework und Hamric zur Implementierung der Rolle einer APN), 
            erstmalig Einstellung einer APN Demenz/Delir

2023:  Aufgaben festgelegt - jährlich: 
           - Meilensteinplanung 
           - Schulungsplan aufbauen 
           - Pilotprojekte leiten und Evaluation 
           - nachhaltige Implementierung zur Fortführung der Position

2025:  Einstellung einer weiteren APN Demenz/Delir
          

Gut zu wissen
  • In der Rolle einer APN benötigt man Ausdauer. Die erfolgreiche Implementierung von APN ist von allen Berufsgruppen im klinischen Setting abhängig.
  • Die Institution braucht Offenheit – Offenheit für Veränderungen, Aktionismus und eine echte Stärkung der Profession Pflege.
  • Akzeptanz der APN-Rolle entsteht, indem das Konzept bekannt gemacht, deren Mehrwert verdeutlicht und klar herausgearbeitet wird. Mitstreitende sind sehr hilfreich.
  • Ein wichtiges Element ist, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auszubilden, da Bedarfe aus der Praxis für die Praxis identifiziert werden müssen.
  • Eine geregelte Refinanzierung der APN-Stellen ist unabdingbar.

Unsere Arbeit im Bild

Projektgalerie

Bekommen Sie einen Einblick ins Projekt

Zitat

„Vorteile der APN-Implementierung werden deutlich nach einem gewissen Einsatz und Handlungsspielraum einer APN. Die ersten positiven Effekte kann man nach ca. 2 Jahren Implementierung nachhaltig auf den Einsatz zurückführen.“

Pflegeexpertin APN Delir/Demenz
Merle Marie Borrello

Unser Team

Kontakt & Ansprechpersonen
Bildrechte bei Jost Fink_ Portrait Merle Marie Borrello
Merle Marie Borrello
Pflegeexpertin APN Demenz/Delir
Ann-Kristin Johannsen
Pflegeexpertin APN Demenz/Delir

Hinweis:
Das Urheberrecht an den bereitgestellten Bildern, Grafiken und Dokumenten liegt bei dem jeweiligen Krankenhaus.

Reichen Sie Ihr Beispiel guter Praxis ein, um wertvolle Erfahrungen mit anderen Krankenhäusern und Fachleuten zu teilen und so Demenzsensibilität in Bayern voranzutreiben